Marionetten der Lobbyisten

Header2Stellt dir vor, du schreibst einen Hit. Sowas richtig großes, „Yesterday“ von den Beatles oder „Thriller“ vom King of Pop oder ein ähnliches Kaliber. Aber egal, wie oft sich deine Fans deinen Ohrwurm kaufen, du wirst nur für die allererste Platte bezahlt. Den Rest der Einnahmen streicht die Plattenfirma ein. Und schreibt vielleicht sogar ihren Namen statt deinen über den Song. Unfair, oder?

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„Die Idee war eines Tages einfach da“ – Autorin Julia Hanel über ihren ersten Roman „Zwei fürs Leben“

Zwei fürs LebenEs ist mal wieder Zeit für ein Türknauf-Interview. Dieses Mal geht es in die literarische Ecke, denn gerade ist das Erstlingswerk einer lieben ehemaligen Kollegin erschienen. Während Julia Hanel in unserer gemeinsamen Zeit bei move36 für die Literaturrezensionen in unserem Magazin zuständig war, ist es jetzt ihr eigener Roman Zwei fürs Leben, der von Rezensenten deutschlandweit unter die Lupe genommen wird. Grund genug, bei ihr reinzuhören und zu erfahren, wie es sich anfühlt, plötzlich Schriftstellerin zu sein.  Weiterlesen

Stammtischdiskussionen

Früher war alles besser. Smartphones machen dumm – wenn man sie nicht dabei hat. Das ständige Kommunizieren im Internet macht auf Dauer einsam.

Dies sind Aussagen, über die man sich gut und gerne streiten kann, denn es gibt keine eindeutige Beweislage. Ja man kann sogar mit einer besonders hitzigen Diskussion rechnen, da sie schließlich den mittlerweile sehr lieb gewonnen Alltag des modernen Menschen (also jeden Beteiligten der Diskussion) in Frage stellt.
These Nummer 2 ist während des letzten Urlaubs zu einem unfreiwilligen Selbstversuch geworden: Zelten in den Alpen mit Studenten, keiner hat Geld oder Lust, die Roamingkosten zu zahlen und dann stand da eine Frage im Raum: Verdampft Wasser eigentlich auch ohne zu sieden?* Wenn ja, wie? Und wechselt so verdampfendes Wasser offiziell den Aggregatzustand? Für alle, die in Physik damals gut aufgepasst haben, ist das eine relativ leichte Aufgabe, wir aber standen auf dem Schlauch und ohne Wikipedia da. Mist!

3 (4) Studenten in den Alpen

Aber da man sich von solchen Lappalien als studierter Mensch ja nicht abhalten lässt, fängt man also an, in den hintersten Ecken des Wissens zu graben und die Sache zu durchdenken. Ja, Durchdenken!

Wir sind schlussendlich sogar zur richtigen Lösung gekommen**. Das wirklich Erstaunliche an diesem Abend wurde mir aber erst zu Hause wieder klar. Wir haben nicht einfach nachgesehen und unserem Gehirn eine weitere Vokabel hinzugefügt, die bis zur nächsten Gelegenheit wieder verloschen ist. Nein! Wir haben diskutiert. Das Problem gelöst. Uns mit der Sache beschäftigt. Unsere sozialen Fähigkeiten dabei vielleicht verbessert.
Es mag auf kurze Sicht effizienter sein, Wissen auf ein Fingertippen hin verfügbar zu haben, nachhaltiger ist aber wohl doch die gute alte die Diskussion. Meine Lehrer wiesen mich schon daraufhin, dass die Fähigkeit etwas herleiten zu können, bedeutet, ein Problem verstanden zu haben und es nicht nur runterbeten zu können. Einige Studienjahre weiter kann ich dem nicht nur zustimmen, sondern möchte sogar noch anfügen, dass man sich dann nicht einmal mehr merken muss, ob ja oder nein, sondern es jederzeit über viele kleine beim Verstehen entstandene Sicherungskanäle rekonstruieren kann.

Und ganz nebenbei: Es hat höllischen Spaß gemacht, sich aus dem „Ich kann doch jetzt nicht so dämlich sein“ über Irrwege und Späße selbst wieder zu befreien.
Versucht’s bei Gelegenheit mal!

*Wer sich fragt, woher die Wasserdampffrage kam, sollte bedenken, mit wie viel Wasser man beim Zelten jeden Morgen in Kontakt kommt.

**In der gestellten Reihenfolge: Ja. Hmmmm, das dauert zu lange, aber vielleicht kommt ihr selbst drauf. Ja

*** Ziegen! (nur ein Urlaubsfoto, was ich echt toll finde)

Ziegen!

 

Ach ja, um die Frage nach dem machen Smartphones dumm mal zu beantworten: Wenn man sich zwischendurch mal seines Verstandes bedient, kann man das wohl getrost vernachlässigen 😉